switcher67
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« on: April 20, 2009, 10:32:06 AM » |
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Hallo! Mir ist da eine Idee gekommen die evtl. für einige angehende oder auch eingesessene Schauspieler, auch diese die vor einer Aufnahmeprüfung oder einem Casting stehen, interessant sein könnte. Allgemein gehören Schauspieler und Sänger zu der faulsten Gattung Künstler die ich kenne, Ist nicht Persönlich gemeint denn ich bin ja selber Schauspieler. Jeder Instrumentalist übt täglich, jeder Maler macht zig Skizzen bevor er an sein Werk geht, jeder Autor macht Recherchen bevor er an seinem Roman geht... Auch Sänger (zumindest die die ich kenne) lassen es mit ihren Stimmübungen gerne schleifen und von uns Schauspielern ganz zu schweigen. Mein Gedanke war nun in diesem Topic einige Übungen zu sammeln, die unserer Zunft hilfreich sein können in Übung zu bleiben und so leg ich einfach mal los.
Übung: "Veränderte Vorzeichen" Man suche sich einen kleinen Monolog oder Text den man sich drauf packt bis er ohne Hänger sitzt. Einfach reinbüffeln ohne ihn zu spielen. Nun beginnt man die "Vorsituation" zu ändern. Sprich wie entfaltet sich der Text wenn man ihn spielt als sei zuvor eine Familientragödie geschehen, oder wenn man im Lotte gewonnen hätte, oder wenn man betrunken, müde oder überdreht wäre? So ergeben sich unzählige möglichkeiten immer den gleichen Text andes zu spielen.
Ich nutze diese Technik wenn ich eine Rolle bekomme aber keine Drehbuchbesprechung folgt. So verhindere ich das am Set dann etwas verlangt wird auf das ich nicht vorbereitet bin. Wenn man eine Rolle interpretiert und eingeübt hat ist es recht schwer da wieder raus zu kommen.
Gruß switcher
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K_Otis_Hill
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« Reply #1 on: April 22, 2009, 05:11:12 PM » |
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Ausgesprochen interessanter Gedanke!
Hmmmm........ so habe ich es in der Tat noch nie betrachtet. Immer viel Zeit und energie darauf verwendet um die Person zu begreifen die ich spiele und dann versucht alle Reaktionen aus dieser angenommenen Identität heraus ganz natürlich kommen zu lassen.
Was ich mache sind Sprechübungen, - d.h. ich suche mir ganz bewusst Situationen aus, wo es auch mal ein wenig emotional zugeht und versuche dann (weils mir ansich wurscht ist) weniger darauf zu achten was ich sage sondern dass jede Silbe klar und deutlich rüber kommt. Aber das ist vermutlich ein anderer Schuh.
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Alle Menschen werden als Originale geboren - die meisten sterben als Kopien.
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switcher67
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« Reply #2 on: April 23, 2009, 08:42:57 PM » |
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Sicherlich ein anderer doch, ein nicht minder, nützlicher Schuh!
Ich hab mit ähnlichen Sprachübungen auch schon gearbeitet und einfach ist was anderes! Sobald man beginnt die Silben sehr deutlich zu sprechen verschwindet das Leben aus dem Text. So geht es zumindest mir bzw. fühle ich es so. Ergo ist es sicherlich klug sich einen stark emotionalen "Text" zu suchen denn sonst bleibt wohl jegliche Emotion auf der Strecke. Doch gerade durch die Schwierigkeit das Gefühl zu verlieren ist diese Übung sicherlich eine gute!
Noch eine Übung von "mir" um mehr sicherheit bei Impro zu bekommen ist es mir eine Befragungssituation vorzustellen. Befragung von der Oma die anruft, von der Polizei bei einer Verkehrskontrolle, von einem Freund der Beziehungsprobleme hat oder, oder, oder...
Übung: "Flexiebele Zettel" Ich schreibe mir auf 20 oder 30 oder 100 kleine Zettel völlig wirre Begriffe auf. Wie rot, Bauchweh, Zündkerze, schwanger, lauwarm, Pizza, Simkarte, Subtext, beeilen usw.
Nun beginne ich mir der Befragungssituation.
Beispiel Verkehrskontrolle. "N' abend Herr Wachtmeister! Oh, meine Papiere - äh, mist! Hab ich vergessen aber ich wohn gleich um die Ecke..."
Wenn ich an einem Punkt angekommen bin an dem mir nichts mehr zu plappern einfällt ziehe ich einen meiner Zettel.
Ich denke daß jedem zu den oben angeführten Begriffe sofort etwas einfällt wie sich die Geschichte weiter entwickeln kann.
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K_Otis_Hill
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« Reply #3 on: April 24, 2009, 06:20:52 PM » |
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LOOOOOL!
Ich stelle mir das gerade vor (Mäuschen möcht' man sein!):
""N' abend Herr Wachtmeister! Oh, meine Papiere - äh, mist! Hab ich vergessen aber ich wohn gleich um die Ecke, in dem Haus mit den Roten Lichtern davor, wissen Sie, ich bekomme ja selber immer Bauchweh wenn ich nach Hause gehe und mein Zündkerze glüht auch immer hinauf bis zu meinen Ohren. Sehen Se' ich brauch' nur daran denken! Besonders jetzt, wo die Oma doch schwanger ist! Aber da ist nichts zu wollen, die Alte ist einfach immer noch lauwarm wie die Pizza für die Omma, die seit vorgestern hinten im Kofferraum liegt. Selbst meine Simkarte ist schon so verzweifelt, dass ihr einfach kein Subtext einfällt. Also. war nett mit Ihnen zu plaudern, aber jetzt muss ich mich leider beeilen...."
Ja! DICH möcht ich mal in einer Verkehrskontroller erleben! :-)
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L4zlow
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« Reply #4 on: April 25, 2009, 07:45:54 AM » |
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Oho, war schon lang nicht mehr da (hier im Forum) und hab den Beginn dieses spannenden Threads also gar nicht live miterlebt. Aber wirklich ein sehr gutes Thema :] All das, was ich an Schauspielübungen kenn ist euch Profis wohl schon bekannt und gehört ehr in die Sparte Amateurtheater, aber ich würd mich freun, noch mehr so guter Tipps hier lesen zu können 
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switcher67
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« Reply #5 on: May 09, 2009, 03:40:03 PM » |
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Hi K_Otis! Du hast es erfasst! Genau darum geht es mir beim Schauspiel! Um Freude! Darum ist die "Flexiebele Zettel" Übung auch eine meiner leibsten. Was glaubst Du was ich über meine eigenen Worte schon zusammengebrochen bin vor lachen... Bemerkenswert ist die Tatsache daß bei dieser Übung fast immer was ülkiges raus kommt. Lässt mich zu der Erkenntnis kommen das Schauspiel viel mit Spaß zu tun haben muss!
Zu L4zlow Bitte immer her mit den Übungen die Du kennst und als gut betrachtest, ganz gleich ob Du sie nun als "Anfängerübungen" einstufst! Dies ist kein Topic für Fortgeschrittene, sondern es soll doch jedem was bringen. Mal ganz davon abgesehen das auch "alte Hasen" die "Anfängerübungen" widerholen sollten.
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L4zlow
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« Reply #6 on: May 16, 2009, 07:20:11 PM » |
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Nun, also da wäre zum Einen, bei der man durch eine Tür die vorzugsweise mitten im Raum aufgestellt ist hinein kommt. Ziel der Übung ist es, den Zuschauenden durch Gestik, Mimik, möglichst wenig Sprache klar zu machen, was es denn nun für ein Raum ist/was darin zu sehen ist. Alle anderen Übungen die ich so kenn, seit meiner kurzen Laufbahn als Schauspielender, habe ich als unwürdig für diesen Thread befunden Was ich aber noch loswerden muss: Sich mit Musik, welche einem passend für eine gewisse Rolle erscheint, in die Rolle hinein zufühlen hilft mir immer sehr. Sich Gedanken über die "Rolle" zu machen, mit "passender" Musik, ist einfach toll :]
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switcher67
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« Reply #7 on: June 22, 2009, 09:22:29 AM » |
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Die Darstellung der Räumlichkeit mittels Schauspiel kannte ich noch garnicht! Klingt aber interessant! Ich werd's mal versuchen.
Noch eine "Anfängerübung"... Die "ja-nein" oder "rot-grün" Übung.
A sagt "rot". B sagt fragend "grün". A sagt bestätigend "rot". B sagt bitten "grün". usw...
Man bezieht also zwei gegensätzliche Positionen die mittels eines einzigen Wortes zum Ausdruck kommen. Ähnelt also Kindern im Sandkasten die sich um ein Schäufelchen streiten. Mir hat selbige Grundübung geholfen das Eis zu brechen, wenn ich auf einem Set mit Kollegen zusammengetroffen bin mit denen ich fix warm werden sollte. Sie ist hilfreich um sich vor der echten Textarbeit aufzulockern.
Und noch eine...
Man wähle ein X-beliebigen, einfachen Text. ZB. "Alle meine Entchen" und versuche ihn in verschiedenen Rollen zu spielen. Als Politiker im Bundestag, Krankenschwester die eine schlechte Nachricht überbringt, besoffener in der Kneipe...
Dies Übung hilft Text und Spiel zu trennen. Nun mag man denken daß die Trennung nicht sinnvoll sei, doch wer bereits in die Situation kam schlechte, verworrene oder Dialoge in Phantasiesprache spielen zu müssen kann damit üben.
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K_Otis_Hill
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« Reply #8 on: June 24, 2009, 12:46:59 AM » |
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Du bist schuld!!!!!!!!
Ich hab' heut den ganzen Abend meine Frau völlig fertig gemacht, mit:
....................."alle meine Entlein"!!
Grenzgenialer Spass! Danke! Hab' selber dabei Tränen gelacht!
Unglaublich wie viele Möglichkeiten sowas banales bietet. Herrlich! Köstlich! Danke für die Idee!
(Und wenn sich meine Frau von mir scheiden lässt, sag' ich Dir Bescheid, damit Du "alle meine Eltlein" als "Schuldeingeständnis vor Gericht" als "Trauerrede eines honorigen Bürgers" und als "Zuhälter - ich/habs/dir/gleich/gesagt" proben kannst! :-)
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Alle Menschen werden als Originale geboren - die meisten sterben als Kopien.
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L4zlow
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« Reply #9 on: July 18, 2009, 01:17:48 PM » |
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Eine für mich recht schwere Übung, wie ich letztens am eigenen Leibe erfahren musste: Man (mehrere Personen) bekommt einen Buchstaben gesagt, mit dem alle Wörter die man während dieser kurzen, improvisierten Szene sagt, beginnen müssen. Nun bekommt man auch noch einen "Grund-Handlungsstrang" vorgegeben. Bspw. Einbruch, während man schläft. Nun wird losgelegt zu spielen, und man findet schnell heraus: Ganze Sätze bilden ist so gut wie unmöglich, man kann nur Wörter sagen, die die Handlung untermalen, sie deutlicher machen.
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Ostschnitte
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« Reply #10 on: February 28, 2010, 10:02:38 PM » |
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Hallo, ich hoffe hier Hilfe zu bekommen. Ich spiele in einer privaten Musikalgruppe. Ich bin auf der Suche nach Wegen, die es mir ermöglichen auf der Bühne lockerer zu sein und mich graziöser zu bewegen.- Ich bin auf eure Antworten gespannt. LG
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